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Protected PCI als praktischen Ansatz zur mechanischen Kreislaufunterstützung bei elektiven komplexen PCI-Fällen

 

William O'Neill, MD, stellt Protected PCI als praktischen Ansatz für mechanische Kreislaufunterstützung (Mechanical Circulatory Support, MCS) bei elektiven komplexen PCI-Fällen vor. Dr. O'Neill ist medizinischer Leiter des Henry Ford Health System's Center for Structural Heart Disease in Detroit, Michigan, USA. Er hielt diesen Vortrag auf der Konferenz Transcatheter Cardiovascular Therapeutics (TCT) im Jahr 2021.

Was macht einen Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) zu einem Hochrisiko-Patienten? Dr. O'Neill erklärt, dass Herzchirurgen „hohes Risiko“ anders definieren als interventionell arbeitende Mediziner, sodass das Herzteam für die Behandlung dieser Patienten entscheidend ist. „Es ist wichtig, interaktiv mit dem Herzteam zusammenzuarbeiten“, erklärt Dr. O'Neill. „Mit den Herzchirurgen nicht auf Kriegsfuß zu stehen, ist unglaublich hilfreich... In einem soliden Programm erfolgen die Überweisungen wechselweise in beide Richtungen.“ Er gibt ein Beispiel für einen Patienten mit stark eingeschränkter LV-Funktion und einer komplexen verkalkten Trifurkation der linken Hauptschlagader, aber guten distalen Zielen. Obwohl dieser Patient für den interventionell vorgehenden Mediziner ein „hohes Risiko“ darstellt, ist es wahrscheinlich, dass ein guter Chirurg diesen Patienten sicher mit einem dreifachen Bypass behandeln kann. Umgekehrt kann der „Hochrisiko“-Patient des Chirurgen mit schlechter Lungenfunktion und erheblicher Angina pectoris durch den interventionellen Mediziner wahrscheinlich leicht revaskularisiert werden.

Dr. O'Neill gibt einen kurzen Überblick über die Ergebnisse der randomisierten kontrollierten Studie (randomized controlled trial, RCT) PROTECT II, in der die Wirksamkeit der hämodynamischen Unterstützung bei Hochrisiko-Patienten hervorgehoben wurde. „Impella® bietet eindeutig mehr Leistung als Ballonpumpen“, erklärt Dr. O'Neill und weist darauf hin, dass dies zu weniger hypotensiven Effekten führt, die Nierenfunktionsstörungen, neurologische Funktionsstörungen und myokardiales Stunning verursachen können. Er betont auch: „Wenn drei Gefäße behandelt werden, gibt es einen deutlichen Unterschied im Maß der auftretenden Hypotonie. Je mehr Arterien also behandelt werden, je komplexer das Verfahren ist, desto eher profitieren die Patienten von einer unterstützten PCI.“

Dr. O'Neill erörtert den „enormen klinischen Nutzen“ der deutlichen Verbesserungen der NYHA-Klasse, die im Rahmen von PROTECT II nach dem Eingriff beobachtet wurden. „Diese Patienten gehören zu den dankbarsten Menschen der Welt“, erklärt Dr. O'Neill und beschreibt, wie ihre täglichen Aktivitäten vor der PCI durch Angina oder Dyspnoe eingeschränkt waren. „Und nach einem Monat und anschließend nach drei Monaten ist eine drastische Verbesserung ihrer Lebensqualität zu beobachten.“

Er schließt mit einer überzeugenden Fallstudie zu einem komplexen Hochrisiko-Patienten ab, um diese Erkenntnisse zu konkretisieren: „Letztendlich müssen wir alle daran denken, dass sich am anderen Ende des Katheters ein Patient befindet.“ Er beschreibt dazu die Behandlung eines Patienten, eines Großvaters, der erfolgreich revaskularisiert wurde und sich schließlich einem TAVR-Verfahren unterziehen konnte und – was am wichtigsten ist – seine Enkelkinder zu Weihnachten sehen konnte.

„Als Operateur, der diese Patienten in den letzten 40 Jahren behandelt hat, kann ich Ihnen sagen, dass es fast unmöglich ist, solche Hochrisiko-Patienten ohne Unterstützung durch diese Verfahren zu bringen“, erklärt Dr. O'Neill. „Und der Wert von Impella bei der Stabilisierung dieser Patienten, sodass sie keinen Herzstillstand erleiden, nicht intubiert werden müssen und keine Herz-Lungen-Wiederbelebung benötigen, während Sie diese Eingriffe durchführen, verleiht Ihnen die nötigen Voraussetzungen für Ihre erfolgreiche Arbeit. Wir hoffen also, dass mit der Weiterentwicklung der Technologie und dem Fortschritt in diesem Bereich immer mehr dieser Patienten behandelt werden können.“
Abschließend sieht Dr. O'Neill in den bevorstehenden Studien auf diesem Gebiet ein enormes Potenzial und betont, wie wichtig es ist, die wissenschaftlichen Grundlagen zu verstehen und gleichzeitig die Fähigkeiten zu entwickeln, die für die Durchführung von HRPCI bei diesen Patienten erforderlich sind, sowie ein entsprechendes Team aufzubauen.

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