Veröffentlichungen & Daten, Kardiogener Schock nach AMI

Verbesserung der Überlebenschancen bei kardiogenem Schock

Eine Propensity-Score-Matched-Analyse der Auswirkungen eines institutionellen Zuteilungsprotokolls zur kurzzeitigen mechanischen Kreislaufunterstützung

Verbesserung der Patienten-Outcomes bei kardiogenem Schock durch standardisierte pMCS-Strategie

In diesem Artikel beschreiben Sascha Ott und Kollegen eine von ihnen entwickelte Standardvorgehensweise (Standard Operating Procedure, SOP) zur Festlegung der Strategie für die vorübergehende mechanische Kreislaufunterstützung (pMCS) bei Patienten im kardiogenen Schock. Die SOP stützt sich auf veröffentlichte Studien, intern entwickelte, bewährte klinische Verfahren und Expertenmeinungen. Sie soll die Patienten-Outcomes verbessern, indem Kriterien für die Auswahl von Patienten und Geräten festgelegt werden. In diesem Paper werden die Auswirkungen dieses standardisierten Ansatzes auf das 30-Tage-Überleben, das 1-Jahres-Überleben und die Krankenhausentlassung dargestellt.

Studie zeigt verbesserte Überlebensraten mit standardisiertem pMCS-Ansatz bei Patienten mit kardiogenem Schock

Bei der Studie handelt es sich um eine retrospektive Analyse elektronischer Patientendaten von konsekutiven Patienten mit CS aller Ätiologien (einschließlich CS nach Kardiotomie), die zwischen 2018 und 2021 am Deutschen Herzzentrum in Berlin mit pMCS behandelt wurden. Die SOP wurde im Oktober 2019 eingeführt. 189 Patienten wurden vor der Einführung der SOP behandelt (Prä-SOP-Gruppe), 232 Patienten wurden nach der Einführung der SOP behandelt (SOP-Gruppe). Aufgrund der Unausgewogenheit der Störvariablen zwischen den Patientengruppen vor und nach der SOP wurde ein Propensity Score Matching durchgeführt. Die SOP-Gruppe wurde weiter unterteilt in eine SOP-adhärente Gruppe (SOP-A) und eine nicht-adhärente Gruppe (SOP-NA), und die Untergruppen wurden wiederum nach dem Propensity Score Matching zusammengestellt.

Wie eine standardisierte pMCS-Strategie die Behandlung des kardiogenen Schocks neu definiert

Die SOP (Abbildung 1) enthält Hinweise dazu, wann eine palliative Behandlung in Betracht zu ziehen ist und wann Kontraindikationen oder andere Situationen, wie z. B. eine laufende kardiopulmonale Wiederbelebung (CPR), eine Behandlung mit perkutanen Mikroaxialfluss-Pumpen ausschließen. Wenn Patienten nicht für diese alternativen Behandlungswege in Frage kommen, sieht die SOP die Unterstützung durch einen pMCS-Ansatz mit einer einzigen Modalität unter Verwendung der Impella 5.5 mit SmartAssist Herzpumpe oder der Impella 5.0 Herzpumpe vor, die über die Arteria axillaris eingeführt wird.

„Patienten mit einer Behandlung gemäß SOP, hatten eine mehr als zweifach höhere Wahrscheinlichkeit des 30-Tage-Überlebens verglichen zu nicht gemäß der SOP behandelten Patienten.“

Verbesserte Patientenauswahl und Kombinationstherapien stehen im Zusammenhang mit höheren Überlebensraten bei kardiogenem Schock

Die Ergebnisse der Studie zeigen höhere Krankenhausentlassungsraten in der SOP-Gruppe (41,7 % gegenüber 29,7 %) und belegen, dass die Behandlung gemäß der SOP mit einer verbesserten 30-Tage-Überlebensrate verbunden war (56,9 % gegenüber 38,9 %, P = 0,044). Darüber hinaus waren die Krankenhausentlassung und die 1-Jahres-Überlebensrate in der SOP-A-Gruppe tendenziell besser, aber diese Ergebnisse erreichten aufgrund der geringen Fallzahl nach dem Propensity Score Matching keine statistische Signifikanz.

Die Autoren schreiben, dass der mit der Einführung und Einhaltung der SOP beobachtete Anstieg der 30-Tage-Überlebensrate auf das strukturierte und fokussierte Vorgehen, eine angemessenere Patientenauswahl für spezifische pMCS-Ansätze und Kombinationstherapien mit mehr als einer ECLS-Modalität zurückzuführen ist. Sie stellen außerdem fest, dass niedrigere vasoaktiv-inotrope Scores (VIS) und niedrigere Lactatwerte in der SOP-Gruppe wahrscheinlich auf eine frühere und effektivere LV-Entlastung mit Mikroaxialfluss-Pumpen hinweisen. „Wir betrachten diese Erkenntnis als eines der wichtigsten Ergebnisse der Umsetzung der überarbeiteten SOP, die sich auch in den aktuellen Leitlinien [der European Society of Cardiology] widerspiegelt.“

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